Hinweise zum Nachfolgeprodukt des analogen Sprachanschlusses NfP (MSAN-POTS: Multi Service Access Nodes)

Aktuelle Situation: Die Telekom Deutschland GmbH informiert derzeit mit einem Rundschreiben über ein „Testcenter zur Prüfung und Sicherstellung der Funktionalität von Sonderdiensten“. Darin wird den Anbietern und Herstellern (z.B. von Übertragungsgeräten) angeboten, solche Sonderdienste (insbesondere Geräte am Nachfolgeprodukt NfP des analogen Sprachanschlusses; MSAN-POTS: Multi Service Access Nodes) zu testen. Dabei ist folgendes zu berücksichtigen:

Die Telekom verweist in ihrem Schreiben darauf, „dass keine Aussagen darüber getroffen werden können, ob Sonderdienste an IP-basierten Anschlüssen sowie am Nachfolgeprodukt des analogen Sprachanschlusses weiterhin einwandfrei funktionieren. Die einwandfreie Funktionalität von Sonderdiensten an Anschlüssen der Telekom sicherzustellen, ist Aufgabe des jeweiligen Diensteanbieters“. Dieser muss hierzu dann eine Bestätigung ausstellen.

Aus Sicht des BHE sind die Nachfolgeprodukte am analogen Sprachanschluss vor allem in folgenden Anwendungsbereichen von Relevanz: Aufzug-, Senioren- und Hausnotrufsysteme, Electronic-Cash Terminal. Wie bereits im Namen erkennbar ist, sind diese Komponenten primär für die Sprachübertragung und nicht für die Übermittlung von Daten (im Bereich Sicherheitstechnik) ausgelegt.

Für den Bereich der Einbruch- und Brandmeldeanlagen bestehen folgende Einschränkungen:

Für den Betrieb der NfP ist ein meist zusätzlicher, analoger Telefonanschluss erforderlich. Falls weiterhin ein Anschluss für Internetdienste benötigt wird, müssen zwei getrennte Anschlüsse gepflegt werden.

Für eine ordnungsgemäße Funktion sind die jeweils beteiligten Parteien (Hersteller, Errichter, Leitstellen) verantwortlich.

Nach aktuellem Kenntnisstand entsprechen diese NfP am analogen Sprachanschluss nicht den derzeitigen VdS-Richtlinien - es sind auch keine VdS-zertifizierten Produkte bekannt. Zudem entsprechen die Protokolle, die bisher bei analogen Übertragungsgeräten verwendet wurden, nicht mehr den aktuellen Normen der Alarmübertragungstechnik (DIN EN 50136).

Insofern haben die Aussagen aus dem BHE-Papier „Einführung des NGN bringt drastische Veränderungen für die Alarmübertragung“ - siehe nachfolgend - unverändert Gültigkeit:

„Bei Neuinvestitionen sollten die Übertragungseinrichtungen grundsätzlich IP-kompatibel sein. Die Umrüstung bestehender Analog- bzw. ISDN-Übertragungsgeräte sollte umgehend gestartet werden, da die Netzumstellung der Telekom bereits in vollem Gange ist und regional unterschiedlich vorangetrieben wird. Auf Grund der fehlenden Notstromversorgung eines IP-Anschlusses und auch des möglichen Störeinflusses auf das IP-Netz wird von Seiten des BHE abhängig von der Schutzklasse ein Zweitweg empfohlen. Als Ersatzweg kommen sinnvoll nur noch Funkersatzwege in Frage. Perspektivisch sollten nur noch IP-basierte Funkersatzwege wie GPRS, UMTS bzw. LTE eingesetzt werden.“

© BHE; 11/2015

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