Brandmeldeanlagen: Betreiber dürfen bald Firmen beauftragen

Marktöffnung macht's möglich: Ab 2018 muss die Rettungsleitstelle andere Anbieter zulassen. Sofern die fachlich geeignet sind.

Von Petra Steps
erschienen am 20.11.2017

Auerbach/Zwickau. Der Rettungszweckverband Südwestsachsen (RZV) ist seit der Zusammenlegung der Leitstellen von Vogtlandkreis und Landkreis Zwickau zur Integrierten Regionalleitstelle Zwickau (IRLS) dabei, Aufgaben und Zuständigkeiten anzupassen und neu zu regeln. Das betrifft auch Brandmeldeanlagen (BMA), die auf Basis des Baurechtes Pflicht sind.

Jens Leistner, Geschäftsführer des RZV, nennt als Beispiele Schulen, Krankenhäuser, Pflegeheime, Theater und Kulturhäuser sowie viele Industriebetriebe. Diese sind bei der IRLS "aufgeschaltet". Das bedeutet, dass eine Brandmeldung in der Leitstelle entgegengenommen wird und diese die Feuerwehr alarmiert. Wer darüber hinaus eine solche Anlage freiwillig betreibt, kann entscheiden, ob die Brandmeldung ebenfalls bei der Leitstelle oder bei einem privaten Sicherheitsunternehmen weiter bearbeitet wird. Die jetzt geplante teilweise Marktöffnung kann dem Betreiber möglicherweise Geld sparen, wenn er sich mehrere Angebote einholt und vergleicht.

Wie war es bisher geregelt? Jens Leistner erklärt es: "Bis zur Aufschaltung der Leitstelle Plauen auf die IRLS Zwickau war im Vogtlandkreis die Berufsfeuerwehr Plauen für die Komponenten Alarmübertragungsgerät und Empfangszentrale verantwortlich. Im Landkreis Zwickau hat die Firma Chubb als 'Konzessionär' diese Aufgabe. Die Betreiber einer Brandmeldeanlage mussten sich daher im Vogtland an die Berufsfeuerwehr Plauen und in Zwickau an Chubb wenden."

Ein Konzessionär ist in diesem Fall ein Unternehmen, das die Arbeiten im Auftrag der Rettungsleitstelle konkurrenzlos ausführen darf. Für die Brandmeldeanlage im Objekt und die Leitungswege zur Alarmübertragung waren die Eigentümer nicht an diesen Konzessionär gebunden. Jetzt sollen Aufschaltung und Empfang an die neue Struktur und an die Rechtsprechung angepasst werden. "Die Neuregelung ist durch aktuelle Rechtsprechungen im Vergabe- und Konzessionsrecht notwendig. Der Gesetzgeber möchte, dass eine Leistung, die geteilt werden kann, auch geteilt vergeben wird", erklärt Leistner.

Das bedeutet veränderte Möglichkeiten für die Betreiber von "Pflicht"-BMA. "Die Betreiber einer BMA haben ab dem 1. Januar 2018 die Möglichkeit, die Wartung des Alarmübertragungsgerätes an zugelassene Firmen zu vergeben und müssen dies nicht mehr zwingend durch den Konzessionär durchführen lassen. Technisch ändert sich nichts", stellt der Geschäftsführer klar. Ab 2018 soll sich übergangsweise noch ein Teilkonzessionär um die Empfangszentrale in der Zwickauer Leitstelle kümmern. Diese Konzession soll nächstes Jahr neu vergeben werden. Dafür sind nach Aussage von Leister noch Abstimmungen der fünf Leitstellen auf Landesebene notwendig.

Der Geschäftsführer macht deutlich: "Der Markt für die Wartung und Unterhaltung der Alarmübertragungsgeräte wurde geöffnet. Firmen, die die Wartung und Pflege durchführen möchten, müssen fachlich geeignet sein. Dies wird geprüft und danach erhält die Firma eine Genehmigung als zugelassener Errichter." Damit soll eine hohe Qualität in Sachen Sicherheit gewährleistet werden.

Informationen sind auch zu finden im Internet unter: external.rettzv-sws.de/brandmeldeanlagen.

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